Grundeinstellungen_Tiller

 

Liebe Bogenschützinnen, liebe Bogenschützen

Wie sicherlich alle Wissen gibt es verschiedene Meinungen, Zeitschriften und Fachliteratur was Bogentuning und Grundeinstellungen betreffen. Daher möchte ich in den Nächsten Blogs auf folgende 3 wichtige Masse eingehen:

Tiller, Nockpunkt , Standhöhe

Die darauf folgenden Zeilen sind nicht immer aus persönlichen Erfahrungen, welche ich selber gemacht habe erläutert und zitiert, sondern von Bücher aus meiner beachtlichen Sammlung, Freunden und wirklichen guten Recurve-Schützen...wie Einige wissen schiesse ich Compound und durfte meine Recurvekenntnisse direkt von Profis, Kursen und Weiterbildungen von meiner Trainerausbildung, sowie Erfahrungen und Tests mit unseren Top Athletinnen und Athleten aus unserem Verein an deren Leib erfahren, merken, verbessern, verwerfen empfehlen etc etc.

Unser grosser Vorteil ist sicherlich die Highspeed Kamera, welche uns schon oftmals des Besseren belehrte, Mythen beseitige und Behauptungen aus dem Weg räumte!

"Ein grosses Danke an Alle die Tests, Ideen, verrückte Spinnereien immer wieder mitmachen, nur so gelangen wir zum optimal getunten Bogen..." 

Losgeht's!

Liebe Compoundschützen scrollt hinunter zum Begriff Compound, dort gehts für euch weiter:)

ALLE ANDEREN, JETZT WIRDS SPANNEND.

Mir erscheint eine korrekte und immer gleiche Abfolge als sehr wichtig, es ist zeitraubend wenn Einstellung A auf Einstellung B eine direkten Einfluss hat und wenn man mit Einstellung C, die Einstellung A wieder verändern könnte...Daher schlage ich folgende Reihenfolge vor, welche sich mehrfach bewährte.

  1. Tiller
  2. Nockpunkt
  3. Standhöhe (Bockpunkt kontrollieren)

Tiller
Der Tiller ist der Abstand von den Wurfarmen zur Sehne, gemessen am oberen und unteren Ende des Mittelteils zur Sehne.

 

 

Der obere und untere Tiller ist unterschiedlich, dies ist notwendig aufgrund der ungleichen Kraftverteilung. Früher war dieser Unterschied zwischen 3-5mm, heute vielleicht noch 1-3mm. Dies aufgrund der modernen Wurfarme, welche heute auf dem Markt sind, dabei ist eine unterschiedliche Kraftverteilung bereits mitberücksichtigt und der oberer Wurfarm ist etwas schwächer, der untere etwas stärker...Bitte beachtet die Markierungen auf den Wurfarmen und moniert diese dementsprechend, diese sind meistens mit "top" oder "bottom" bezeichnet.
Warum entsteht eine ungleiche Kraftverteilung?
Ganz einfach...wir greifen den Bogen in der geometrischen Mitte (tiefster Punkt im Griff, auch "Pivot Point oder Drehpunkt genannt) der Pfeil liegt aber oberhalb zum Beispiel auf einer Pfeilauflage auf und ist somit höher als die Mitte.

Daher muss aber das Verhältnis der Kräfte des oberen und unteren Wurfarms ein wenig angepasst werden. Die Spitze des obere Wurfarms hat einen kürzeren Abstand zum Pfeil und die Spitze des unteren Wurfarms hat einen längeren Abstand zum Pfeil. Physikalisch ändern sich dadurch die Hebelkräfte.

Diese Differenz wird mit dem Tiller bestimmt.

Ein korrekt eingestellter Tiller eines Recurvebogens sorgt dafür, dass sich der abgeschossene Pfeil nach dem entspannten Lösen (!) exakt durch die Energiemitte des Bogens bewegt.

Da der Bogenschütze nicht durch die geometrische Mitte schießen kann, wurde die Energiemitte in Richtung der Pfeilauflage nach oben hin verlegt. Um nun den richtigen Tiller zu finden, müssen wir zunächst zwei Arten unterscheiden.
Zum einen den statischen und den dynamischen Tiller.

 

 

Statischer Tiller
Der Tiller wird bei aufgespannten Bogen gemessen, geeignet dafür ist ein Sehnenchecker wie wir Ihn alle kennen und eigentlich auch haben sollten, den das ist ein Grundwerkzeug von eurer Ausrüstung..."mir fällt gerade ein, dass es einen Text braucht was alles Grundausstattung wäre, später mehr dazu: )
Um diesen zu verstellen den Bogen abspannen, Konterschraube lösen und mittels Tillerschraube einstellen, Konterschraube anziehen, Bogen aufspannen und erneuet messen. (da gäbe es natürlich noch genauere Ausführungen dazu, google hilft für weitere Details)

dynamischer Tiller
Hier wird beim ausgezogenen Bogen ebenfalls der Abstand zwischen Wurfarm und Sehne ermittelt. Da diese Vorgehensweise nicht ganz unproblematisch ist, verwendet man ein sog. Tillerbrett oder ganz praktisch die Beiter Brace

Nun kommt noch der Faktor Schütze hinzu, hierbei gibt es zwei wesentliche Punkte zu beachten:

1. Die individuelle Druckverteilung der Finger der Zughand auf der Sehne und
2. Der individuelle Druckpunkt der Bogenhand im Griffstück

Nur noch ganz kurz....

Die individuellen Druckverteilung der Finger der Zughand auf der Sehne
Die Finger der Zughand sollen im ersten Fingergelenk an der Sehne positioniert werden. Die Druckverteilung sollte im Idealfall bei 40 % auf dem Zeigefinger, 50 % auf dem Mittelfinger und ca. 10 % auf dem Ringfinger bei geradem Handrücken liegen. Werden nun die Finger immer wieder unterschiedlich auf der Sehne positioniert, ergeben sich immer andere Prozentzahlen der Druckverteilung an den Fingern.
Wichtig: Das kann bei jedem anders sein, bei vielen Athleten wurde eine fast gleichmässige Verteilung des Druckes gemessen, wie zum Beispiel 33/33/34

Für die individuellen Druckverteilung der Bogenhand im Griffstück gilt 
Der Anstellwinkel der Bogenhand im Griffstück sollte im Idealfall 45° betragen. Da jeder Bogenschütze über eigene Druckpunkte im Griff und an der Sehne verfügt, ist die Tillerdifferenz ganz individuell zu ermitteln. Ist der Tiller korrekt eingestellt, bewegen sich die Wurfarme beim Spannen wie beim Lösen symmetrisch zur Ausgangsposition.

Wie ihr sehen könnt ist ein Tiller trotz einfachen Grundmassen für jeden individuell einzustellen, auch klar ist, dass das Tuning im Verhältnis zu euren Schiesskünsten immer besser wird. Um das Ganze beim aktiven Schiessen zu überprüfen montiert bitte einen Monostabi. Beim Ausziehen des Bogens achtet unbedingt darauf, das der Druckpunkt im Griffstück und die Druckpunkte der Finger an der Sehne, den üblichen Druckverhältnissen entspricht. Zugarm und Bogenarm müssen sich immer auf gleicher Höhe bewegen. Bei einem nun optimal eingestellten Tiller sollte keine Aufwärtsbewegung des Stabis, während dem aufziehen festgestellt werden. Ein weiteres Zeichen für einen schlecht eingestellten Tiller, wäre eine sprunghafte Bewegung beim Abschuss. Nehmt euch einen Trainer oder Dritten zur Hilfe, der dies beobachtet, das ist fast unmöglich zu sehen alleine. Feineinstellungen sind mit langen Distanzen möglich.
Gerne nochmals: Euer Tuning wächst mit euren Schiesskünsten, nicht verkopfen dranbleiben!

Compound (Tiller)

Phhhu schwierig schwierig..

Die Grundeinstellung von einem Compound ist der Centershoot und ein Nulltiller. Daher  kein Tillertuning beim Compound...Falsch!!!! 

Zugegeben das ist nur für gute Schützen und vor Allem sehr sehr sehr aufwendig mit ganz kleinen Erfolgsaussichten. Den Tiller verstelle ich über die Wurfarmschraube, das heisst ich verändere evt. die Pfundstärke sowie evt. meine Einstellungen wie Timing und Synchronisation, für vielleicht ein paar Punkte mehr und eine noch schönere Gruppierung und das nur eventuell!

Ich hatte zu Jahresanfang 3 Wochen Ferien und nahm mir die Zeit (Tage) für dieses Tillertuning. Es war spannend zu beobachten wie sich die Gruppierung verbesserte. (bei den alten Bögen)

Je flacher (Winkel zum Mittelstuck) der Wurfarm desto weniger machte es aus...natürlich logisch. Bei meinen alten Bögen wie Hoyt Intruder und CO., jene die doch wesentlich D-förmiger sind, war mehr zu erkennen, was auch logisch war.

Zu guter Letzt machte es so wenig aus (eigentlich fast nix) bei meinem Bogen, dass ich meinen Bogen wieder ganz zudrehte und fertig! Ich könnte mir vorstellen, dass Fita Schützen, welche wirklich lange Distanzen schiessen davon profitieren. Unten der Link zum Compoundtillertuning, wie ich es machte:

Compound Tiller Tuning

Viel Spass beim Tillern.

Freundliche Grüsse und alles ins Gold

Dani

#GubserBogensport#Tuning#Tiller#