Grundeinstellung_Nockpunkt

Liebe Bogenschützinnen, liebe Bogenschützen

Wie bereits angekündigt befassen wir uns mit den Grundmassen, Tiller, Nockpunkt und Standhöhe...Kommen wir also zum Thema Nockpunkt.

Zusammenfassend funktioniert das ganz einfach, Nockpunkt setzen, Pfeilflug beobachten, ausschiessen....passt! Natürlich nicht ganz! Einiges gibt es zu beachten beim Compound wie beim Recurve und NEIN ich werde das Rad nicht neu erfinden...

 

Material

Es gibt verschieden Arten von Nockpunkten:

 

der klassische allbekannte Messingnockpunkt in versch. Ausführungen

Wicklung mit Garn
(Bitte verwendet dazu ein passendes für Nockpunkt vorgesehenes Wickelgarn)

Wicklung mit Zahnseide
(kenne aktuell Niemanden der das macht und kenne doch ziemlich viele)

Nockpunkt aus Papierstreifen

Metalloop

(wird gerne auf der Jagd oder als Ersatz im Notfall verwendet wenns mal eilt...)

Compound

 

(liebe Recurver, Lonbow's und HB's ihr dürft nach unten scrollen ich schweife ein wenig aus und der Blog wurde Mammuthaft)

Ich fange immer sehr gerne mit einer 0mm Überhöhung im 90 Crad Winkel an und zwar wie folgt:

  1. Ich bestimme mit einem Werkzeug (siehe Bild) über die Centerlochbohrung den Nullpunkt und markiere diesen mit einem Eding.

 


  1. genau auf diesem Strich Nocke ich meine Nocke ein, welche ich verwende und wickle oben meinen Nockpunkt. Danach mit ein klein bischen Luft den unteren, einfach so, dass er nicht klemmt (1mm Spiel zum Beispiel).

Es gibt viele verschiedene Knoten, einfach Schlicke und komplexere Wickeltechniken, googelt, ihr werdet einige finden. Als Freund der Einfachheit benutze ich eine Ankerschlinge als Anfang und dann normale "Knoten/Schlicke".
Wichtig: Wickelt den Unteren länger, doppelt so lang wie der Obere, 1/3 zu 2/3 damit ihr mit den D-Loop, hinter der Nocke zieht.

 


(Bild links: nicht gut, Bild rechts: gut)

Ich bevorzuge 2 Nockpunkte, es geht absolut unproblematisch auch mit Einem, achtet dabei darauf, dass Ihr das Loop gut anzieht, damit die Nocke nicht geklemmt wird wenn ihr den Bogen aufzieht, auch hier darauf achten, dass ihr mit dem D-Loop genau hinter der Nocke zieht. Ein guter Freund von mir schiesst immer noch mit einem Nockpunkt als Test seit bald über einem Jahr. Da ich die Einstellungen an seinem Compound vornehme, erfährt er das vielleicht erst mit diesem Blog:) Seine Pfeile fliegen absolut präzise, egal wo. Auf der Jagd sowie an Turnieren hat es tip top funktioniert und er durfte viele Erfolge damit feiern!
Meine Empfehlung: wickelt 2 Nockpunkte
(und ja mein guter Freund du erhälst beim nächsten Set Up auch zwei! Danke fürs testen)

 

PS: Alle Werkzeuge, Nockenpunkte, Wickelgarn etc. sind natürlich bei mir erhältlich, können getestet, ausgelehnt und erworben werden)

Nun ab durch den Papier- und Blankschafttest auf verschiede Distanzen und voila! Eine gute Schusstechnik ist Voraussetzung für diese Tests, die Tests und das Tuning wächst mit dem Können des Schützen aber das ist logisch!

Tipp 1: Ich bevorzuge den Blankschafttest auf verschiedene Distanzen, beobachte mit Trainer und Schützen den Pfeilflug und zum Schluss ab auf die Highspeedkamera, wie ich schon sagte ganz einfach...

Tipp 2: Damit das klappt, muss eine saubere sogenannte „Clearance“, also das berührungsfreie Verlassen des Pfeils vom Bogen sichergestellt werden.
Harmonieren nun die Clearance, der Nockpunkt und die Auflage zusammen, (an irgendeiner Stelle wird das irgendwann der Fall sein) spricht man liebevoll vom
"Sweet Spot".

Tipp 3: Bitte bitte übertreibt es nicht mit Tuning, ein gutes solides Grundlagentraining ist das A und O. Im Buch Compound schiessen aber richtig steht ein absolut treffender Satz:

„die Zehn ist kein Punkt, sondern eine Fläche“ das gilt auch für den "Super Spot im 3d"

Das Selbe gilt nun auch für die Nockpunkthöhe. Hier hat man einen gewissen Spielraum, innerhalb dessen euer Compound perfekt funktioniert. Sind wir ehrlich gerade bei uns Compoundschützen ist der Nockpunkten nicht die grösste Herausforderung beim Tuning, trotzdem ein wesentlicher Punkt für eine gute Grundeinstellung.

Recurve (Longbow, Historical Bow)

Bei den Meisten liegt der Pfeil etwas oberhalb der geometrischen Mitte des Bogens.
Das heißt, der Pfeil wird nicht in der Mitte der Sehne eingenockt und liegt auch nicht genau auf der vertikalen Mitte des Bogens auf. Das wissen wir bereist aus dem Blog:

 

BITTE LEST ZUERST DEN OBENGENANNTEN BEITRAG DAMIT WIR AUF DIESER BASIS AUFBAUEN KÖNNEN, SCHÖN DER REIHE NACH TUNEN UND EINSTELLEN

Beim Lösen wird nun der Pfeil durch den unteren Wurfarm etwas stärker angezogen und vom oberen Wurfarm etwas schwächer. Während der Pfeil nach vorne beschleunigt wird “wandert” dieser Punkt (Nockpunkt) etwas nach unten.

Damit euer Pfeil  grade beschleunigt wird, müssen wir diese Differenz ausgleichen... Das machen wir mit dem Nockpunkt und überhöhen diesen. Damit dies beim aktiven schiessen ausgeglichen ist.

"Dieser Höhenunterschied wird Nockpunktüberhöhung genannt."

 

Die Angabe ist meist in mm, als Grundmass sind 3-5mm (gemessen zum unteren Nockpunkt) sehr dienlich, gemäss unseren Erfahrungen und Tests.
(Wird nur ein Nockpunkt verwendet, in den meisten Fällen nur ein Oberer ist dieses Mass anders und natürlich abhängig von der Nockengrösse)

Der “Checker” oder "Ding zum Messen weisch welles das rote do"

Zum Ausmessen der Nockpunktüberhöhung, der Standhöhe und des Tillers wird die "Bogenlehre" verwendet. Unter uns Bogenschützen wird diese oft mit der englischen Abkürzung “Checker” bezeichnet, oder das "Ding zum Messen weisch welles das rote do"

Zum Messen der "Überhöhung/Nockpunkt" wird der Checker mit seinen Klammern auf die Sehne gesteckt. Dabei ist es wichtig, dass sowohl das obere, als auch das untere Ende des Checkers sich auf der Mittenwicklung befindet, da die Bogenlehre sonst nicht im rechten Winkel auf der Sehne sitzt.

 

Als nächstes wird das lange Ende auf die Pfeilauflage aufgelegt. Dazu muss der ganze Checker auf der Sehne bzw. auf der Mittenwicklung auf und ab geschoben werden. Ich fahre in der Regel von oben herab bis ich sanft und ohne Druck auf der Pfeilauflage/Schelf aufliege. Nun kann entlang der Markierungen neben den Nockpunkten abgelesen werden, wie viele Millimeter sich die Oberkante des unteren Nockpunktes über der 90-Grad-Linie befindet.

Ausschiessen, Test's

Euer genau passendes Mass könnt Ihr nun mittels Blankschafttest ermitteln respektiv ausschiessen. Nehmt euch dabei wieder einen Kollegen und/oder Trainer zu Hilfe, vieles kann man auch während dem Pfeilflug schon beobachten, ansonsten seht ihr wie die Pfeile stecken, versucht es auch hierbei mit verschiedene Distanzen.
Wichtig die Grundmasse sollten passen, wie auch euer Pfeil Set Up!

Test 1: Wir schiessen nur mit unbefiederten Pfeilen:

schaut das Pfeilende nach oben=  Nockpunkt zu hoch
schaut das Pfeilende nach unten= Nockpunkt zu tief

Test 2: Sobald die Pfeile schön gerade stecken wie gewünscht, beginnen wir mit befiederten und unbefiederten zu schiessen...
(man sollte bei diesem Test in der Lage sein schöne Pfeilgruppen zu schiessen): 

3 befiederte Pfeile und drei unbefiederte Pfeile werden nun abwechselnd auf die Scheibe geschossen.
(wenn ihr die Pfeile nummeriert, könnte ihr im Anschluss einfacher ausschliessen bei welchen ihr kein gutes Gefühl hattet beim Abschuss)
So, davon ausgehend, dass alle befiederten Pfeile schön zentral gruppieren und beieinander stecken, (so wie es sich gehört bei einer Gruppe) können wir nun die unbefiederten (Blankschaft) beurteilen.

Variante 1:
Es stecken alle schön und gerade in einer Gruppe mit den unbefiederten, passt die Einstellung, bitte nachmessen aufschreiben oder markieren, Reproduzierbarkeit heisst das Geheimnis, auch wenn weitere Tests oder Einstellungen gemacht werden, bei der sich das gute Trefferbild verändert kann leichter die Einstellung rückgängig gemacht werden.

Variante 2:
Die unbefiederten Pfeile stecken deutlich oberhalb der Gruppe der befiederten Pfeile, ist der Nockpunkt zu tief. Die Nockpunktüberhöhung muss vergrössert werden
(Nockpunkt höher ansetzten auf der Sehne)

Variante 3:
Die unbefiederten Pfeile stecken deutlich unterhalb der Gruppe der befiederten Pfeile, ist der Nockpunkt zu hoch. Die Nockpunktüberhöhung muss verkleinert werden
(Nockpunkt tiefer ansetzten auf der Sehne)

Variante 4: für Stringwalker
Durch das Stringwalking (Abgreifen der Sehne unterhalb der Nocke) wir der Pfeil auf kurze Entfernung etwas weniger weit ausgezogen im Vergleich zu Schüssen auf lange Distanzen...der Pfeil reagiert etwas härter. Dadurch ändert sich auch das Kräfteverhältnis der Wurfarme und der Pfeil steckt auf kurze Distanzen etwas tiefer...

Beim oben genannten Test 2 steckt der unbefiederte Pfeil leicht links und etwas tiefer als die Gruppe mit den befiederten Pfeilen um genau dies auszugleichen.

Testdistanzen:
5m, 10m, 15m, einige testen das sogar auf 30m, wie gesagt bei Test 2 ist ein gewisses Niveau nötig!

Wichtig: 
Bei den Meisten reicht der Test 1 und die Beobachtung des Fluges schon weitgehend...

Blankschafttest mit Longbow und Historicalbow sind mit Vorsicht zu geniessen, bei mir hat das nicht richtig funktioniert...soll aber nichts heissen...Freue mich auf eure Erfahrungen dabei!

Liebe Grüsse und ein frohes Tuning euer

Dani
Gubser Bogensport